Von Mailand in die Welt: das Universum von Giò Ponti
Vision, Kunstfertigkeit und Modernität: das Vermächtnis eines Meisters, der das italienische Design zu einer universellen Sprache gemacht hat.

Als Architekt, Designer und Maler gehört Giò Ponti zu den einflussreichsten Persönlichkeiten Italiens im 20. Jahrhundert. Als vielseitig begabter Gestalter bewegte er sich mühelos zwischen Architektur, Design, Kunst und Kommunikation und verband große architektonische Werke mit einer umfangreichen Produktion im Bereich Möbel- und Ausstellungsdesign.
Nach seinem Abschluss in Architektur am Politecnico di Milano im Jahr 1919 begann er eine mehr als sechzigjährige Karriere, in der er den Begriff des Designs als moderne, gemeinsame Ausdrucksform neu definierte – eine Sprache, die in der Lage ist, mit der Welt in Dialog zu treten.
Wenn Kunst auf Industrie trifft

In den 1920er Jahren begann seine Zusammenarbeit mit Richard Ginori, wo er die Keramikproduktion revolutionierte, indem er künstlerische Vision mit industriellen Verfahren vereinte. 1928 gründete er die Zeitschrift Domus, die zu einem internationalen Referenzpunkt für den Diskurs über Architektur und Design wurde. Durch ihre Seiten förderte Ponti eine kulturelle und industrielle Vision des modernen Italiens – offen für internationalen Austausch und getragen von Innovationsgeist.
Mailand, Italien und die Welt
Mailand, seine Geburts- und Berufsstadt, blieb das Zentrum seines Schaffens. Hier entwarf er Gebäude, die das Gesicht der Nachkriegsstadt und ganz Italiens prägten, darunter den Pirelli-Turm, das Palazzo Montecatini und die Kirche San Carlo Borromeo. Obwohl Pontis Vermächtnis eng mit Mailand und Italien verbunden ist, wird schnell deutlich, dass seine kreative Landschaft global war.
Von Caracas bis Teheran, von Denver bis Stockholm und Hongkong entwarf Ponti Gebäude, die noch heute als Ikonen des Dialogs zwischen Tradition und Zukunft gelten. Als „globaler Architekt“, lange bevor der Begriff existierte, arbeitete er in dreizehn Ländern und kooperierte mit mehr als hundert Unternehmen in Europa, Amerika und Asien. Seine Ideen von Leichtigkeit und Funktionalität verbreitete er weltweit – als Kennzeichen einer Architektur, die den Geist einer Epoche erneuern kann.
Die Form des Designs

Ponti verstand Design als eine Form alltäglicher Freude. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit führenden italienischen Unternehmen zusammen und betrachtete die Beziehung zwischen Handwerk und Industrie als fruchtbaren Boden für Experimentierfreude und Qualität.
Sein für Cassina geschaffenes Symbolwerk, der Stuhl „Superleggera“, ist ein Beispiel dafür: eine moderne Neuinterpretation des traditionellen Chiavari-Stuhls, Sinnbild für die italienische Fähigkeit, handwerkliche Leichtigkeit in industriellen Wert zu verwandeln.
Ein lebendiges Erbe
Giò Pontis künstlerische Begabung und Vielseitigkeit werden bis heute weltweit anerkannt. Er entwarf Gebäude auf drei Kontinenten, schuf tausende Objekte und spielte eine entscheidende Rolle bei der Etablierung des italienischen Designs als kulturelle und industrielle Identität. Sein Werk zeigt, dass Modernität aus dem Zusammenspiel von Kreativität und Fortschritt, Schönheit und Funktion entsteht – eine Lehre, die das Made in Italy weltweit weiterhin inspiriert.
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Quellen:
Gio Ponti Archives
Frontiere Polimi
Ordini Architetti Milano
Rai Cultura
Domus